Das Target Pricing ist eine Methode zur Bestimmung des Preises, der die Produkt- und Leistungsanforderungen des Markts spiegelt. Dabei wird beim Target Pricing entgegen des kostenbasierten „cost plus“ Pricings von einem Zielpreis (Target Price) ausgegangen. Dieser wird durch die Betrachtung der Wettbewerber sowie durch Marktstudien ermittelt und spiegelt die Zahlungsbereitschaft der Kunden wider. Ausgehend vom Zielpreis wird ein unternehmens- und branchenspezifischer Zielgewinn festgelegt. Die Differenz der beiden Komponenten stellt die Zielkosten (allowable costs) dar. Die Zielkosten werden den geplanten anfallenden Standardkosten (drifting costs) gegenübergestellt. Übersteigen die Standardkosten die Zielkosten, müssen Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Das Target Pricing kann dahingehend erweitert werden, dass der Kundennutzen jeder Komponente des Produkts ermittelt wird und mit dem jeweiligen Kostenanteil verglichen wird. Jeder Kundennutzen sollte im Idealfall seinem Kostenanteil entsprechen. Stiftet die Akkuleistung eines Smartphones beispielsweise einen Kundennutzen von 10%, so darf der Kostenanteil des Akkus an den Zielkosten nicht 10% übersteigen. Sollte es zu einem unausgewogenen Verhältnis zwischen Kundennutzen und Kostenanteil kommen, sind Kostensenkungsmaßnahmen pro Komponente vorzunehmen. Wenn der Kundennutzen überwiegt, sollte nur dann eine Funktionsverbesserung angestrebt werden, falls diese vom Kunden als verbesserungswürdig angesehen wird. Andersfalls sollten Kostenvorteile ausgeschöpft werden (siehe Grafik).

Durch das Target Pricing können Kostenvorgaben bereits in der Entwicklung des Produkts berücksichtigt werden und gezielt auf Kundenpräferenzen eingegangen werden. Des Weiteren wird ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess angestoßen und Unverhältnismäßigkeiten in der Kostenstruktur aufgedeckt. Jedoch ist das Konzept bei radikalen Innovationen aufgrund des nicht existierenden Marktpreises nur begrenzt anwendbar. Im Allgemeinen unterstützt das Target Pricing die Preisfindung oder Preisoptimierung, sollte jedoch um weitere Instrumente (wie zum Beispiel das Value Pricing) ergänzt werden.

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