Globale Märkte und stetig wachsende Transparenz der Marktpreisniveaus durch Internetanbieter haben zu der Notwendigkeit einer internationalen Koordination des Pricing geführt. International Pricing umfasst Organisation, Prozesse und Methoden der internationalen Preissteuerung und Preissetzung. Dabei geht es häufig auch um die Behebung von Altlasten aus Zeiten, in denen die nationalen Märkte noch weitgehend abgeschottet waren. So sind Preisunterschiede zwischen direkten Nachbarländern in der Eurozone von 40% und mehr auch heute keine Seltenheit. Dies bietet ein weites Betätigungsfeld für Reimporteure und Graumarkthändler, die allein von den regional unterschiedlichen Preisen leben und ein reges Cross-Border Arbitragegeschäft betreiben. Für den Hersteller ist dies eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Konzentrieren Distributoren und globale Einkaufsorganisationen ihr Sourcing zukünftig noch stärker auf die Niedrigpreisländer, so bedeutet dies ein massives Profitabilitätsrisiko bis hin zur Gefährdung der Unternehmensexistenz vieler Hersteller. International Pricing steuert dieser Entwicklung proaktiv entgegen. Lokalen Absatzpotenzialen werden die langfristigen Graumarktrisiken gegenübergestellt. Abgestimmte Preisniveaus gewährleisten lokale Handlungsfähigkeit bei tragbarem Graumarktrisiko. Ein wichtiges Instrument zur operativen Umsetzung ist der Preiskorridor.

R&P – von den Besten die Netten