Der Preiskorridor ist ein wichtiges Instrument des International Pricing. Preiskorridore geben zentral definierte Preis(unter)grenzen für die lokale Preisfindung vor. Das Ziel ist die Vermeidung zu großer Preisabstände zwischen den verschiedenen Absatzmärkten eines Unternehmens, um die Risiken von Importen über Graumärkte zu minimieren und das globale Optimum zu erreichen. Erschwert wird dieses Unterfangen durch die fortschreitende Globalisierung des Handels und die dadurch entstehende Preistransparenz durch Online-Kanäle.

Die Bestimmung des optimalen Preiskorridors stellt sich als komplexes Optimierungsproblem dar, dessen Aufwand im Vergleich zum Risiko einer Preiserosion in hochpreisigen Ländern durch Graumarktimporte aber relativ gering ist. Dabei ist insbesondere die untere Preisgrenze von Bedeutung. Viele Konzerne haben historisch bedingt eine stark dezentrale Vertriebsorganisation mit weitgehenden Freiräumen zur Preisgestaltung vor Ort. Dies hat zu teils erheblichen Preisdifferenzen auch bei unmittelbar benachbarten Ländern geführt.

Zentral definierte Preiskorridore greifen direkt in die Autonomie der Landesgesellschaften ein, um ein zu großes Auseinanderdriften der Länderpreisniveaus zu verhindern, bzw. bestehende Differenzen schrittweise zurückzuführen. Dies betrifft häufig süd- und osteuropäische Länder, die durch zum Teil äußerst günstige Preisstellungen die Preisniveaus auf den etablierten Märkten gefährden. (Vgl. Praxishandbuch Preismanagement, Oliver Roll, Kai Pastuch, Gregor Buchwald, Wiley-VCH Verlag, 2012, S. 142 ff.)

Man nennt die übergeordnete Zielsetzung häufig auch Preisharmonisierung, wobei es hier nicht darum geht, in jedem Land denselben Preis zu etablieren, sondern ausgehend vom Preiskorridor für jedes Land den Preis zu ermitteln, der die für das Land ein optimale Preisqualität aufweist.

Preiskorridor

R&P – von den Besten die Netten