Die Ertragslage der österreichischen Regionalbanken hat sich im Zuge der Zinswende spürbar verändert. Nach einem außergewöhnlich starken Jahr 2023 zeigt sich seit Anfang 2024 eine deutliche Abkühlung – vor allem im Zinsergebnis. Der Hauptgrund liegt im hohen Anteil gebundener Einlagen, deren Zinsaufwand nun voll in den Ergebnissen wirksam wird. Institute mit einem größeren Anteil täglich fälliger Einlagen konnten ihre Margen dagegen eher stabil halten. Das Provisionsergebnis wirkt als Puffer, reicht aber nicht aus, um die Rückgänge im Zinsgeschäft vollständig zu kompensieren.
Die Analyse zeigt zugleich eine wachsende Spreizung innerhalb des Sektors: Erfolgreiche Institute bleiben erfolgreich, während schwächere Häuser weiter zurückfallen. Banken mit hoher Kundenbindung, aktivem Vertrieb und gezieltem Kostenmanagement erzielen sowohl im Zins- als auch im Provisionsgeschäft überdurchschnittliche Ergebnisse. Aufwand ist dabei nicht gleich Ineffizienz – im Gegenteil: Höhere Personal- und Sachkosten gehen häufig mit größerer Ertragskraft einher, wenn sie in Beratung, IT und Vertriebsqualität investiert werden.
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Prof. Dr. Oliver Roll
Prof. Dr. Oliver Roll ist Gründer von R&P. Er hat für zahlreiche internationale Unternehmen Marketing- und Pricing-Projekte geleitet. Parallel tritt Prof. Roll als Referent bei verschiedenen Managementtagungen zum Thema Preismanagement auf und hat vielfältige Artikel zu verschiedenen Aspekten des Pricing-Prozesses veröffentlicht. Prof. Roll ist Inhaber des Lehrstuhls „Internationales Marketing und Preismanagement“ an der HS Osnabrück. Er ist Mitglied im Academic Advisory Board der European Pricing Platform. Umfangreiche Managementerfahrung sammelte Prof. Roll zunächst bei Simon-Kucher & Partners. Danach wechselte er zu Roland Berger Strategy Consultants, um dort die Pricing Excellence Unit mit aufzubauen.



